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Landschaft

Die hohen dichtgedrängten Wälder thronen
Auf Hügeln sanft gewölbt und abgedacht –
In Heimatschwermut rauschen ihre Kronen.

Sie sind erfüllt von Flucht und Wetterweben
Der zündenden Gewölke, die bei Nacht
Mit schwerem Flügelschlage drüber schweben.

Zu ihren Füssen, wo die breiten Pflüge
Gleichmässig Furchen ziehn im Ackerland,
Baut still ein enges Dasein sich Genüge.

Und von der Spanne Leben und dem Sterben
Webt Jahr um Jahr geheimnisvoll ein Band
Zu ihrem Blätterprangen und Verfärben.


Hedwig Lachmann (1865 - 1918), deutsche Lyrikerin, Übersetzerin, Sprachlehrerin und Erzieherin


 

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mein Freund der Baum

inzwischen sind wir ja im Pfälzer Wald gelandet, deswegen dachte ich mir dass gerade eine Seite über Wald und Bäumen hier auch gut aufgehoben ist. Hier auf dieser Seite gibt es alles über den Wald und den Baum in Form von Gedichten und Zitaten. Ein bisschen Zeit müssen Sie sich dafür nehmen, aber bereuen werden Sie es sicherlich nicht. Viel Spaß wünschen Monika und Daniel

Im Wald

Tannen, edle Waldraketen,
Die doch nicht zerplatzen,
Drauf die Vögel hell trompeten,
Pfeifen, oder schwatzen:
Zieht auch meinen Geist nach oben,
Keck wohin ihr strebet,
Laßt auch mich den Schöpfer loben,
Der da liebt und lebet!


Unbekannt

Hinter den Tannen

Sonnenschein auf grünem Rasen,
Krokus drinnen blau und blaß;
Und zwei Mädchenhände tauchen
Blumen pflückend in das Gras.

Und ein Junge kniet daneben,
Gar ein übermütig Blut,
Und sie schaun sich an und lachen –
O wie kenn ich sie so gut!

Hinter jenen Tannen war es,
Jene Wiese schließt es ein –
Schöne Zeit der Blumensträuße,
Stiller Sommersonnenschein!


Theodor Storm (1817 - 1888), Hans Theodor Woldsen Storm, deutscher Jurist, Dichter und Novellist

Bildergalerie

Nun ist ein alter Baum ein Stückchen Leben. Er beruhigt. Er erinnert. Er setzt das sinnlos heraufgeschraubte Tempo herab, mit dem man unter großem Geklapper am Ort bleibt. Und diese alten Bäume sollten dahingehen, sie, die nicht von heute auf morgen nachwachsen? Die man nicht ›nachliefern‹ kann? Die nicht in Serien, frei ab Wald, wieder aufgebaut werden können?

 

Kurt Tucholsky (1890 - 1935, Freitod), Pseudonyme Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel; dt. Schriftsteller, Journalist, Literatur- und Theaterkritiker der Zeitschrift "Die

Der Raben Wehgeschrei

Was weckt denn Wehschrei? was verdroß
Euch Raben? hab‘ ich es gefunden?
Gefällt, ein wahrer Waldkoloß,
Liegt hier ein Eichbaum, abgeschunden,
Sein Riesenastwerk ohne Rinde,
Entsetzlich mir, dem Menschenkinde.
Was Wunder, daß der Schrecken packt
Des Waldes wanderfrohe Raben,
Sehn sie den Alten tot und nackt,
Bei dem sie oft geherbergt haben!


Karl Mayer (1786 - 1870), deutscher Jurist und Dichter


unter Bäumen

leise spielt der Wind
in den Zweigen
flüstert mir zu
alte Geschichten
seltsame Erinnerungen
ich lege meine Hand
sachte auf die Rinde
unter meiner Haut
atmet er Zärtlichkeit


© Anke Maggauer-Kirsche (*1948), deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin und ehemalige Betagtenbetreuerin in der Schweiz